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  • Christina Gesing

Die "Musst-urbations" Falle

Aktualisiert: Juni 13


„Musst-urbationen“ sind Überzeugungen, von den wir annehmen, dass wir sie unbedingt erfüllen müssen. Der Begriff wurde von Albert Ellis geprägt, einem Pionier der Kognitiven Psychotherapie.


Oft handelt es sich bei Mussturbationen um perfektionistische Standards, von denen angenommen wird, dass ihre Erfüllung mit sozialer Anerkennung oder anderen Erfolgsmerkmalen belohnt werden. Wenn eine Person ihren (unbewussten) Standards hingegen nicht erfüllt, kommt es häufig zu Unzulänglichkeits- oder Versagensgefühlen.


Du kannst dir die folgende Formel vorstellen:

"Ich muss X machen, um ein positives Y zu erreichen"

oder

"Wenn X nicht passiert, bedeutet das negatives Z".


(Man könnte auch sagen, dass Must-Urbations sehr starke implizite Annahmen sind, aber ich liebe einfach das Wortspiel)


Viele von uns haben solche Musst-urbationen auch im Kontext unserer romantischen Beziehungen.

Vielleicht kennen Sie folgende Beispiele von sich selbst:

- "Wir müssen jeden Tag in Kontakt sein, um als Freundin / Freund zu gelten."

- "Wir müssen jede Woche Sex haben, um eine gute Beziehung zu haben"

- "Wir müssen langfristige Pläne miteinander schmieden, um wirklich Partner zu sein"


Die umgekehrte Formel könnte es in etwa so lauten:

- "Wenn wir nicht jeden Tag miteinander reden, bedeutet es, dass wir uns nicht wirklich gegenseitig verpflichtet fühlen."

- "Wenn wir seit 3 ​​Wochen keinen Sex mehr hatten, heisst das, dass etwas in unserer Beziehung nicht stimmt."

- "Wenn wir uns nicht vorstellen können, einen Haushalt zu teilen, bedeutet es, wir sollten uns lieber jetzt gleich trennen."


Beziehungs-Mussturbation

# 1: "Täglich, zusammen wohnend, sexuell, exklusiv und für immer"

Obwohl sich unsere individuellen Definitionen unterscheiden können, gibt es auf gesellschaftlicher Ebene immer noch starke Überzeugungen darüber, welche Aspekte eine romantische Beziehung ausmachen. Wie Daphne Rose Kingma in ihrem Buch „Die Zukunft der Liebe“ betont, wird von „echten Partnern“ erwartet, dass sie täglich miteinander interagieren, zusammenleben, Sex haben - aber nur miteinander, und nach einer Beziehung streben, die für immer andauert.


Frag dich selbst:

Musst du jeden Tag mit deinem geliebten Menschen in Kontakt sein?

Willst du überhaupt mal zusammen leben?

Was ist, wenn der Sex im Verlauf der Beziehung abnimmt? Bedeutet das, dass du dich trennen musst?

Was ist mit Sex mit anderen?

Hoffst du, dass diese Verbindung so lange anhält, bis du alt bist?


Vielleicht hast du andere Gedanken zu dem, was dir in einer Beziehung wichtig ist.

Wenn du deine eigenen Mussturbationen hinterfragen willst und darüber nachdenken möchtest, wie du "über den Tellerrand hinaus lieben" könntest, kontaktiere mich hier für eine kostenlose Beratung.

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